England, 1986

Der Krieg ist vorbei. Aber nicht in den Köpfen der Menschen. Er hat Gräben hinterlassen. Und diese Gräben ziehen sich noch immer durch die magische Gesellschaft. Viele haben Freunde und Angehörige verloren, viele haben gelitten, viele gekämpft. Andere müssen noch kämpfen. Um ihren Weg zurück. Ins Leben. Die Gesellschaft. Nach Großbritannien.

Die Nachkriegszeit ist geprägt von der unendlichen Sehnsucht nach Aufklärung und später Gerechtigkeit, gleichermaßen aber von dem tiefen Wunsch nach Ruhe und Vergessen. Dabei bedeutet Gerechtigkeit nicht selten Vergeltung. Und Vergessen das Vermeiden von Verantwortung. Verantwortung sich mit der eigenen Rolle und ihren Entscheidungen auseinander zu setzen. Denn auch nichts getan zu haben, ist eine Entscheidung.

Festnahmen und Todesserverfahren gehören auch Mitte der 1980er noch zur Tagesordnung. Nicht wenige Personen stehen immer wieder in Verdacht und vor dem Gamot. Nicht wenige kommen immer wieder frei. Weil sie angeblich keine Wahl hatten, selbst Opfer waren und/oder unter dem Imperius-Fluch standen.

Der perfekte Nährboden also für Misstrauen und Zweifel. An den eigenen Mitmenschen ebenso, wie an Willen und Fähigkeit des Ministeriums zur tatsächlichen Aufklärung der vergangenen Schreckensjahre. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der Anschläge wieder zunehmen und das Todesser-Asyl in Russland auszulaufen droht.

Was ist also, wenn die Exilanten tatsächlich zurückkommen? Werden sie noch einmal einen Umsturz wagen oder gelingt es, den fragilen Frieden zu wahren? Aber was bedeutet das für die andere Seite des Eisernen Vorhangs – der großen magischen Barriere, die die Welt in Ost und West trennt? Denn auch der Kalte Krieg spitzt sich immer weiter zu. Und es ist ein Krieg der magischen Weltbilder und der magischen Weltordnung. Politisch, wissenschaftlich und auch mystisch.

Es sind dunkle Wolken, die langsam aufziehen und nicht nur Kartenmischer und Kaffeesatz lesende Akrutats in Ost und West besorgt in die Zukunft sehen lassen. Die Welt ist im Umbruch.

Und alles, was war, endet und alles, was längst geendet ist, kommt zurück. Antworten finden wir immer nur im Glauben. Aber im Glauben woran?